iGOBSIS-Live

Intelligentes Gewaltopfer-Beweissicherungs- und Informationssystem – standardisierte computerunterstützte Gewaltopferuntersuchung vom Prototyp zur realen Praxiserprobung – iGOBSIS-live

Die regelhafte Untersuchung und damit einhergehende Sicherung von Beweisen nach Gewalttaten ist ein wichtiger Aspekte für eine Strafverfolgung mit Aussicht auf Erfolg und auch für die Betroffenen selbst z. B. für die Verarbeitung des Geschehens und (spätere) Rechtsverfolgung. Nicht immer ist vor Ort in den Praxen jedoch die Erfahrung im Umgang mit Gewaltopfern ausreichend vorhanden bzw. die Anzahl der Fälle so gering, dass Automatismen nicht ausgeprägt werden können. Hier setzt iGOBSIS an zwei wesentlichen Punkten an:

Das Informationsportal gobsis.de bietet zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen zu allen relevanten Fragestellungen im Kontext Gewaltopferversorgung, Spurensicherung und psychosoziale Unterstützung. Hier können sich Betroffene sowie Ärztinnen und Ärzte umfangreich informieren. Des Weiteren erfolgt über dieses Portal der Zugang zur gesicherten IT-Anwendung iGOBSIS mit festgelegtem Nutzerkreis. Diese Anwendung ermöglicht nach Pseudonymisierung neben einer Fallverwaltung eine interaktive standardisierte Verletzungs-dokumentation. Mittels einer kompletten Kartierung der Körperoberfläche und einer Verknüpfung der Areale mit hinterlegten Lokalisationsbezeichnungen sowie der Möglichkeit der Auswahl einer Verletzungsart und der Eingabe der Ausmaße der jeweiligen Verletzung kann schnell und effektiv dokumentiert werden – auch unter Integration von angefertigten Fotos. iGOBSIS unterstützt bei der Dokumentation und beim Erstellen des Asservatenprotokolls sowie bei der Verwaltung.

Ferner besteht die Möglichkeit einer Rückkopplung über einen rechtsmedizinischen 24-Stunden-Dienst, der es den Ärztinnen und Ärzten vor Ort und in der betreuenden Rechtsmedizin ermöglicht, gemeinsam die Falldokumentation und Spurensicherung im kollegialen Dialog fachärztlich überprüfen zu lassen. Die Integration einer Suchmaske für Frauenberatungsstellen im gesamten Bundesgebiet ermöglicht Ärztinnen und Ärzten den Opfern im Anschluss an die Untersuchung passende Beratungsstellen anzubieten und bei der Kontaktaufnahme zu unterstützen.

Der Test des vorhandenen Prototyps zeigte, dass einerseits eine Integration von wissensba-sierten dynamischen Hinweisen das Ergebnis einer Untersuchung wesentlich verbessern kann und für eine Evaluation der versorgungsbezogenen und rechtlichen Aspekte und des Nutzens mit einer großen Zahl an Institutionen über einen längeren Zeitraum evaluiert werden muss.


Projektleitung:
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Dr. med. Britta Gahr
Kontaktdaten:
Tel.: 0211 / 8119364
Projektlaufzeit:
01.03.2016 – 28.02.2019
Förderung:
Das Vorhaben wird mit Mitteln des Landes NRW und der EU im Rahmen des OP EFRE NRW 2014-2020 gefördert (Leitmarktwettbewerb Gesundheit.NRW).
Nähere Information zur Förderung finden Sie unter www.leitmarktagentur.nrw.