„Digital Health: NOW!“ Digitale Innovationen im Gesundheitsbereich: Was Europa jetzt braucht!

11. November 2021 | Kategorien: Allgemein, Pressemitteilungen

Hagen/Aachen, 11. November 2021 – Digitalisierung im Gesundheitswesen europaweit gestalten und Innovationen fördern! Wie Europas Weg in der digitalen Gesundheitsversorgung zukünftig aussehen kann, darüber diskutieren Expertinnen und Experten am 23. November 2021 beim internationalen Online-Kongress „Digital Health: NOW!“.

Durch demografische Entwicklungen, strukturelle Veränderungen und personelle Engpässe steht das Gesundheitswesen in Europa derzeit vor großen Herausforderungen. Zeitgleich verändert die Digitalisierung die Erwartungen an eine zeitgemäße Gesundheitsversorgung und schafft neue Möglichkeiten der vernetzten Medizin. Beim Online-Kongress diskutieren internationale Akteurinnen und Akteure der Gesundheitsversorgung und der Gesundheitswirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Gesundheitsberufe und Institutionen der Selbstverwaltung über telemedizinische Lösungen für Europa. Veranstalter sind neben der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed), das Innovationszentrum Digitale Medizin (IZDM) an der Uniklinik Aachen und die ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH.

Welche Bedeutung die digitale und grenzübergreifende Vernetzung für die Gesundheitsversorgung hat, konnte uns die COVID-19 Pandemie im vergangenen Jahr zeigen. Länder arbeiteten über die Grenzen hinweg zusammen und etablierten in kürzester Zeit Alternativen zur Präsenzmedizin. „Telemedizin und digital unterstützte Versorgung bieten neuartige Ansätze der Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten. Sie ermöglichen gemeinsames, abgestimmtes medizinisches Handeln sowie eine engere Einbindung der Patienten in den Behandlungsprozess“, so Univ.-Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Vorstandsvorsitzender der DGTelemed, Direktor der Klinik für operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen und Sprecher des Vorstandes des IZDM. „Versorgungsstrukturen müssen künftig in der Lage sein, interdisziplinäre und professionsübergreifende Zusammenarbeit und digitale Lösungen abzubilden – auch über Ländergrenzen hinweg. Das hat uns COVID-19 gelehrt. Über telemedizinische Versorgungsnetzwerke kann das hierfür notwendige Zusammenspiel so organisiert, strukturiert und gesteuert werden, dass Daten, Kompetenzen und Expertise orts- und zeitunabhängig für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland und Europa verfügbar und nutzbar werden.“ Digitale Gesundheitsstrukturen europaweit etablieren, Fachexpertise teilen und auch in der Versorgung stärker zusammenarbeiten. Die Telemedizin bietet viele Möglichkeiten, um die Patientenversorgung zu optimieren.

Doch wie lässt sich die telemedizinische, digital unterstützte Patientenversorgung in Deutschland und in Europa gestalten? Dafür bedarf es Digital Hubs und europäischer Referenznetzwerke, die Innovationen und Veränderungen im System vorantreiben und begleiten. „Das Ziel muss sein, Grundlagen und Blaupausen zu entwickeln für die Gestaltung einer zukunftsorientierten, interdisziplinären und wertebasierten Patientenversorgung mit Referenzprozessen und -mustern für eine intersektorale, digital unterstützte Zusammenarbeit. Referenznetzwerkstrukturen benötigen wir dafür als eine Art Reallabor und Testumgebung für die innovative digitale Gesundheitsversorgung“, erklärt Günter van Aalst, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DGTelemed, Mitglied des Vorstandes, CSO und Sprecher des IZDM sowie stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der ZTG GmbH. Rainer Beckers, Geschäftsführer der ZTG GmbH und Vorstandsmitglied der DGTelemed ergänzt: „Die Arbeit auf regionaler Ebene ist Grundlage und ganz entscheidend für das Gelingen des

Digitalisierungsprozesses. Hier in Nordrhein-Westfalen fördern wir zahlreiche Innovationen, die wir zunächst in kleinerem Rahmen erproben und evaluieren. Erfolgreiche Projekte können wir dann auch europäisch denken, mit dem Ziel europaweit die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben und international die Gesundheitsversorgung zu optimieren und zukunftsfähig zu machen. Ein erfolgreiches Beispiel aus Nordrhein-Westfalen ist das ‚ICU4Covid‘-Projekt, das europaweit telemedizinische Hubs für die Behandlung von Coronapatienten etabliert hat und dabei inhaltlich-medizinisch auf Konzepten des Landes und der Uniklinik Aachen aufbaut. Regionale Initiative kann also ein echter Motor für den Gesamt-Digitalisierungsprozess im Gesundheitsbereich sein.“  In Nordrhein-Westfalen schlägt der Standort Aachen eine Brücke zwischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Durch die Zusammenarbeit von Uniklinik und RWTH Aachen entsteht eine einzigartige fachübergreifende und interdisziplinäre Entwicklungs- und Forschungslandschaft, die für die digitale Gesundheitsversorgung auch international Impulse setzt.

Damit regionale Erfolgsprojekte in nationalem und europäischem Rahmen umgesetzt werden können, fördert der Kongress „Digital Health: NOW“ den internationalen Austausch darüber. Durch das Programm führt Claudia Dirks, Head of Communications des hih health innovation hub, die auch die Relevanz der Nutzung von Patientendaten betont: „Patienteninteressen gehören ins Zentrum der Diskussion über Datennutzung: Die verstärkte Nutzung medizinischer Daten ist eine zentrale Grundlage für eine bessere Gesundheitsversorgung“, so Dirks. „Das kann gelingen ohne zentrale Werte im Umgang mit personenbezogenen Daten, wie Daten-Souveränität und Freiwilligkeit, aufzugeben. Dazu gehört die Stärkung der digitalen Infrastruktur. Wir benötigen europäische Cloud-Anbieter, die sich unseren Werten verpflichtet fühlen. Diese Neujustierung ist elementar für die Gestaltung eines modernen, patientengerechten und innovativen Gesundheitssystems.

Bereits zum zweiten Mal wird im Rahmen des Kongresses auch der „Digital Health Award“ verliehen. Der Preis zeichnet europaweit innovative Startups aus dem Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung aus und steht unter der Schirmherrschaft von Herrn Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr sind insgesamt 41 Bewerbungen aus 10 verschiedenen Ländern eingegangen.

Wir freuen uns, wenn Sie an dem Kongress teilnehmen und darüber berichten. Hier können Sie sich dafür anmelden: https://digitalhealth-now.eu/anmeldung/

Über die Veranstalter

Innovationszentrum Digitale Medizin (IZDM):

Das Innovationszentrum Digitale Medizin an der Uniklinik Aachen ist ein Exzellencluster, das als Impulsgeber für die Weiterentwicklung der digitalen Medizin und Verbesserung der intersektoralen Patientenversorgung in Deutschland und Europa fungiert. Das IZDM vernetzt und bündelt unterschiedlichste Expertisen und Kompetenzen, u.a. aus der Medizin, der Informatik und den Ingenieurwissenschaften, und unterstützt so die gesamte Prozesskette für die Innovation digitaler Produkte und Dienstleistungen. Das IZDM begleitet und gestaltet innovative individualisierte Patientenversorgung von der Entwicklung bis zur Einführung in das Versorgungssystem: https://www.ukaachen.de/kliniken-institute/innovationszentrum-digitale-medizin/

Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed)

Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e.V. versteht sich als integrative, fachlich kompetente und unabhängige Gesellschaft zur Förderung der Telemedizin in Wissenschaft und Forschung, Gesundheitsversorgung und -politik. Das zentrale Anliegen der DGTelemed ist die Vernetzung der Akteure und verschiedenen Institutionen im Gesundheitswesen zur Unterstützung und Gestaltung innovativer Lösungen. Durch fachliche Beiträge, Empfehlungen und praktische Lösungsvorschläge fördert die Gesellschaft ein zukunftsorientiertes Gesundheitssystem. Die DGTelemed ist Initiatorin und Koordinatorin des Netzwerks „Innovationsfondsprojekte“, das eine Übernahme erfolgreich evaluierter Telemedizinprojekte in die GKV-Regelversorgung unterstützen soll: www.dgtelemed.de

ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH

ZTG hat sich zum Ziel gesetzt, moderne Informations- und Kommunikationstechnologien in das Gesundheitswesen nutzerorientiert einzuführen und zu verbreiten, um die Versorgungsqualität entlang der steigenden Anforderungen zu stärken. Neben Beratung, Gutachten und Projekten befördert ZTG die wichtige Vernetzung der Marktteilnehmer. Seit ihrer Gründung im Jahre 1999 hat sich das Kompetenzzentrum als feste Instanz im Markt der Gesundheitstelematik etabliert: www.ztg-nrw.de