eMeldewesen

Im Fokus des Projektes eMeldewesen stehen Übermittlungsvorgänge zwischen meldepflichtigen Akteurinnen und Akteure  des Gesundheitswesens und den zuständigen Gesundheitsbehörden. Ziel des Projekts ist es, Lösungsansätze zu erarbeiten, wie heute übliche Kommunikationswege mittels Brief oder Fax durch sichere und schnelle elektronische Meldeprozesse ersetzt werden können.

Dabei stehen folgende Aspekte im Vordergrund:

  • flächenmäßige Ausbreitung für die elektronische Meldung
  • Einfache Handhabung, weniger Aufwand bei den Meldepflichtigen
  • Sichere und datenschutzgerechte Übermittlung
  • Schnelle Bereitstellung strukturierter, vollständiger und möglichst vollzähliger Informationen für die zuständigen Behörden
  • Überführung in die Echtumgebung des KV-SafeNEt und Beginn des Echtbetriebs

Inhalt der Meldungen nach IfSG ist die Übermittlung meldepflichtiger Infektionskrankheiten bzw. Erregernachweise durch Ärztinnen und Ärzte und Labore an die zuständigen Behörden. In den meisten Fällen sind dies die Gesundheitsämter entweder am Ort des Krankenhauses oder dem Wohnort der Patientinnen und Patienten. Dies dient u.a. dazu, dass die zuständigen Behörden geeignete seuchenhygienische Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einleiten können und ein umfassendes Lagebild bei Epidemien erhalten.
Während die Meldekette ab dem Gesundheitsamt bis hin zum Robert-Koch-Institut (RKI) auf elektronisch übermittelten und maschinell verarbeitbaren Datensätzen basiert, wird die „erste Meile“, vom Meldepflichtigen zum zuständigen Gesundheitsamt, weiterhin geprägt durch eine Übertragung per Fax oder Post sowie durch teils noch von Hand erstellte Dokumente. Dies führt zu einem erheblichen Aufwand bei der Auswertung und Erfassung der Meldungen.
Daher liegt der Gedanke nahe, die Meldevorgänge der ersten Meile durch eine elektronische Übermittlung mittels eines standardisierten und strukturierten Datensatzes abzulösen.

Zielsetzung ist dabei zum einen den meldepflichtigen Personenkreisen (insbesondere Ärztinnen und Ärzte sowie Laboren) einen zeitgemäßen Übertragungsweg zu eröffnen, der eine optimierte Integration in die Abläufe der Praxen, Krankenhäuser und Labore ermöglicht und zum Anderen das Potential bietet, die Geschwindigkeit, Qualität und bei bestimmten Erkrankungen auch die Quantität der Meldungen erheblich zu verbessern.

Im Rahmen einer Machbarkeitserprobung wurde gezeigt, dass es – entgegen vielfach vertretener Meinung – möglich ist, strukturierte Meldungsdaten von Arztpraxen und Laboren über ein sicheres Netz an ein Gesundheitsamt zu übermitteln. Dabei wurde auch exemplarisch gezeigt, dass es möglich ist, durch eine tiefe Primärsystemintegration in ein Laborinformationssystem eine strukturierte elektronische Meldung zu erzeugen und sicher verschlüsselt an das zuständige Gesundheitsamt zu übermitteln. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen erscheint es zielführend und erforderlich, den elektronischen Meldeweg flächendeckend bei den Laboren (die anteilig den größten Teil der meldepflichtigen Fälle übermitteln) und Gesundheitsämtern zu etablieren.

Der produktive Betrieb von elektronischen Labormeldungen zwischen den beteiligten Projektpartnern wird voraussichtlich Anfang 2019 umgesetzt. Abschließend erfolgt die Evaluation des Projektes.

Links

Start der operativen Phase: Expertentreffen zu neuem Telematikprojekt „eMeldewesen“ 


Projektleitung:
ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH
Lars Treinat
Kontaktdaten:
Tel.: 0234 / 97 35 17 -25
Fax: 0234 / 97 35 17 -30
E-Mail: l.treinat@ztg-nrw.de

 

Projektpartner:
Gesundheitsamt Stadt Bochum,
Gesundheitsamt Rhein-Kreis Neuss,
Medizinisches Versorgungszentrum Dr. Stein & Kollegen in Mönchengladbach,
Praxis für Labormedizin und Mikrobiologie in Bochum,
Institut für Medizinische Laboratoriumsdiagnostik Bochum GmbH