TEAM eGK

Für Patientinnen und Patienten, die mehrere Arzneimittel einnehmen, ist eine Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit essentiell. Dies gilt vor allem für Frauen, da ihre Medikation häufig umfangreicher ist als die der Männer. Mit TEAM eGK sollen die in Apotheken bereits erhobenen medikationsrelevanten Daten für alle Apotheken nutzbar gemacht werden. Damit kann die Anzahl der detektierten arzneimittelbezogenen Probleme (z.B. Wechselwirkungen) erhöht werden. Praxistauglichkeit und Nutzen einer apothekenübergreifenden Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung (AMTS) sollen in Bochum-Wattenscheid getestet werden. Verwendet werden sichere Komponenten der bundesweit einzuführenden Telematik-Infrastruktur.

 

Ziel von TEAM eGK (Telematikinfrastruktur-unterstützte Erweiterung der AMTS-Prüfungs-Datengrundlage als Mehrwertanwendung der elektronischen Gesundheitskarte) ist es, die AMTS-Prüfung als Nutzenpotenzial der eGK zu erschließen und damit zur Verbesserung der Patientensicherheit beizutragen. Relevante Ergebnisse können in die AMTS-Entwicklung nach § 291a SGB V durch die gematik einfließen und deren Umsetzung beschleunigen.

 

Das Projekt nutzt in Apotheken vorhandene Datenbanken und Primärsysteme, um notwendige Daten apothekenübergreifend zugänglich zu machen. Dafür wird ein AMTS-Dienst entwickelt, auf dem die Daten unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen verschlüsselt gespeichert und für die jeweils berechtigte Apotheke zur lokalen Auswertung bereitgestellt werden.

Projektergebnisse:

In einer ersten Projektphase stand die Erhebung der technischen Daten in den Apotheken und die aufwendige Abstimmung zur weiteren Entwicklung der Fachkonzepte im Vordergrund. Darauf folgten mehrere Workshops und Einzelgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Apothekensoftwarehäuser (AVS) zur Spezifizierung der technischen Anforderungen. Diese Phase veranschlagte deutlich mehr Zeit als im Projektplan vorgesehen, weil Komponenten der Telematikinfrastruktur, auf denen TEAM eGK ursprünglich aufsetzte, nicht bereitstehen. Daher wurde in Kooperation mit Fraunhofer FOKUS der Umweg über das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Elektronische Patientenakte gemäß § 291a SGB V“ (ePA) gesucht. Eine Besonderheit des ePA-Projektes besteht darin, dass bei Nutzung der eGK die PIN.home als Authentisierungs- und Verschlüsselungsinstrument genutzt wird. Die in der Testregion relevanten Krankenkassen mussten daher von einer erweiterten Unterstützung des Projekts überzeugt werden, da der Einsatz der PIN.home die Schaffung entsprechender organisatorischer Strukturen sowie den Versand der PIN.home an die Patientinnen und Patienten erforderlich macht. Die größten Krankenkassen in der Testregion wurden für eine Beteiligung gewonnen. Aufgrund der im Projektverlauf entstandenen zeitlichen Verzögerung kam es nicht mehr zu einem Feldtest. Dennoch konnten als zentrale Ergebnisse das Fachkonzept TEAM eGK für die apothekenübergreifende Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfung, das Testkonzept inkl. Supportkonzept sowie das
Datenschutz- und Sicherheitskonzept erstellt werden. Daneben wurden die technische Spezifikation des Dienstes zur Speicherung von AMTS- und ABP-Daten und ein Kommunikationskonzept ausgearbeitet. In einer Vorerhebung durch die Universität Bonn konnten in den Apotheken auftretende arzneimittelbezogene Probleme (ABP) dokumentiert und ausgewertet werden, um die Qualität der Dokumentation schon vor Beginn des Feldtests bewerten und ggf. gezielt verbessern zu können sowie die Ausgangssituation vor Implementierung der AMTS-Prüfung zu erfassen. Dazu wurden unter anderem ein Handbuch
zur Dokumentation arzneimittelbezogener Probleme und Schulungsunterlagen erstellt. Mittels
eines Fragebogens wurde zudem eine Akzeptanzanalyse zur Evaluation der Erweiterung der AMTSDaten in der Apotheke durch die zusätzliche Dokumentation arzneimittelbezogener Probleme durchgeführt. Schließlich wurden in einer Begleitstudie die Ergebnisse der einzelnen Projektschritte deskriptiv analysiert, um die Übertragbarkeit und Verbreitung der Lösungen nachhaltig unterstützen zu können.


Projektleitung:
Apothekerkammer Westfalen-Lippe
Stefan Lammers
Kontaktdaten:
Tel.: 0251 / 5200583
E-Mail: stefan.lammers@akwl.de

Projektlaufzeit:
15.01.2013 – 30.06.2015
Förderung:
Das Vorhaben wurde mit Mitteln des Landes NRW und der EU im Rahmen des Ziel2-Programms NRW 2007-2013 gefördert (IuK Gender Med.NRW/NRW-Ziel 2-Programm 2007 – 2013). Nähere Information zur Förderung finden Sie unter www.etn.nrw.