Elektronische Heilberufs- und Berufsausweise

Im Umgang mit Patientinnen- und Patientendaten werden hohe Anforderungen an den Datenschutz und die IT-Sicherheit gestellt. Aus diesem Grund sind elektronische Heilberufs- und Berufsausweise (eHBA/eBA) neben der elektronischen Gesundheitskarte das wichtigste Strukturelement des Sicherheitskonzeptes.

Über ihre Funktion als Sichtausweis und berufsbezogenes Identifikationsinstrument hinaus stellen die eHBA/eBA ein zentrales Strukturelement für eine sichere elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen dar. Sie gewährleisten die sichere Authentifizierung und Autorisierung von Leistungserbringerinnen und Leistungserbringern beim Zugriff auf Anwendungen der Telematikinfrastruktur.

Inhaberinnen und Inhaber eines eHBA/eBA können mit ihrem Ausweis ihre Identität einschließlich ihrer beruflichen Qualifikation/Rolle gegenüber elektronischen Systemen nachweisen und entsprechende Zugriffsberechtigungen auf Systeme und Daten erhalten. Zum anderen ermöglichen die eHBA/eBA eine qualifizierte Signatur von elektronischen Dokumenten und legen damit die Grundlage für eine rechtssichere elektronische Archivierung. Die qualifizierte elektronische Signatur ist rechtlich einer handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt. Beispielsweise können mit den eHBA/eBA Behandlungsdokumentationen, Briefe oder Verträge elektronisch signiert werden.

Die Ausstattung der approbierten Heilberufe, also Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und -ärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten liegt in der Zuständigkeit der Heilberufekammern der Länder. Elektronische Arztausweise werden von den Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen seit Mitte 2009 ausgegeben.

Für die Angehörigen von Gesundheitsfachberufen, Gesundheitshandwerken sowie sonstigen Erbringerinnen und Erbringern ärztlich verordneter Leistungen soll das länderübergreifende elektronische Gesundheitsberuferegister (eGBR) künftig die Ausgabe von eHBA/eBA übernehmen.