TeBiKom.Ruhr

Im September geht der durch das Land NRW und die EU unterstützte Projektverbund TeBiKom.Ruhr mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Mio. Euro und einer Laufzeit bis 2015 an den Start. Ausgehend vom Westdeutschen Teleradiologieverbund (vormals: Teleradiologieverbund Ruhr) entsteht damit eine Entwicklungsplattform für die telemedizinische Bilddatenkommunikation. Das Ruhrgebiet ist auf dem besten Weg, sich in diesem immer wichtiger werdenden Segment der Gesundheitswirtschaft als führende Region und bedeutendster Referenzmarkt zu etablieren.

Während der Westdeutsche Teleradiologieverbund seit März 2012 im Regelbetrieb ist und aktuell rund 100 Teilnehmer hat, geht es bei „TeBiKom“ darum, weitergehende innovative Anwendungsszenarien zu entwickeln und zu erproben. – ausdifferenziert nach Krankheitsbildern und spezifischen Versorgungssituationen. Gleichzeitig soll ein nachhaltiges Kooperations- und Geschäftsmodell mit einer entsprechenden informationstechnischen Basis auf den Weg gebracht werden. Damit wird auch die Verbindung zu elektronischen Fallakten, IT-gesützter Zweitbefundung, Telemonitoring und anderen Elementen einer umfassenden gesundheitstelematischen Infrastruktur in NRW hergestellt.

Die Gesamtkoordination des Vorhabens liegt bei der MedEcon Ruhr GmbH, die VISUS GmbH betreibt die technische Entwicklungsplattform und die Contec GmbH entwickelt das Geschäftsmodell. Einige Anwendungsszenarien stehen schon fest und werden im Rahmen konkreter Teilprojekte bearbeitet (s. Kästen). Weitere werden im Projektverlauf angegangen. Hierzu zählen voraussichtlich auch der Einsatz der Bilddatenkommunikation in der dentalmedizinischen Versorgungskette, Versorgungslösungen in der Traumatologie und telekonsiliarische Ansätze. Der TeBiKom-Verbund ist offen für weitere Ideen und Konzepte.

Work-Life-Balance und gendersensible Prozessorganisation
In Zusammenarbeit mit Prof. Bettina Pfleiderer (Universität Münster, AG Cognition & Gender) und Prof. Karl-Heinz Jöckel (Universität Duisburg-Essen, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie) sollen Risiken und Chancen der Teleradiologie für das medizinisch-technische Personal in Bezug auf die Arbeitsqualität und -belastung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Work-Life-Balance und geschlechtsspezifische Entwicklungschancen erfasst werden.

Qualitätssicherung in der elektiven Teleradiologie
Die Genehmigung einer teleradiologisch verwendeten Röntgeneinrichtung ist aktuell auf Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste beschränkt. Der demographische Wandel und der zunehmende Arztmangel bedingt, dass insbesondere in ländlichen Regionen Versorgungsengpässe entstehen. Die elektive Teleradiologie würde einen erheblichen Beitrag zur Sicherstellung der lokalen stationären Versorgung leisten. Federführend von der VISUS GmbH wird eine Machbarkeitsstudie zur Klärung der Möglichkeiten und Grenzen für dieses Feld durchgeführt.

Notfallversorgung Schlaganfall
Interventionelle Behandlungen für Schlaganfallpatienten erfordern oft die rasche Verlegung der Patienten in ein entsprechend spezialisiertes Zentrum. Ziel des Teilprojektes ist die teleradiologische Vernetzung von ca. 30 kooperierenden Neurologischen Kliniken, darunter ca. 8 Zentren mit interventionellem Schwerpunkt, und die Klärung der dafür notwendigen informations- und kommunikationstechnischen Voraussetzungen und medizinischen Anforderungen. Projektpartner sind die Neurologische Universitätsklinik Essen und die Klinik für Neurologie am Knappschaftskrankenhaus Bochum (Klinik der Ruhr-Universität).

Kardiologische Präventionsdiagnostik
Die bislang auf Insellösungen beschränkte telekardiologische Kommunikation der Herzbildgebung soll auf Basis des Westdeutschen Teleradiologieverbundes systematisch unter Einbeziehung zuweisender Einrichtungen ausgeweitet werden. Versorgungsorientierter Endpunkt sind Lösungen in der präventionsorientierten kardiologischen bildgebenden Diagnostik mit Schwerpunkt auf die kardiale Magnetresonanztomographie. Projektpartner ist das Elisabeth-Krankenhaus Essen.

Mobile betriebliche Gesundheitsprävention
Die bessere Erschließung von Betrieben für die bildgebende Präventionsdiagnostik mit Hilfe der telemedizinischen Bilddatenkommunikation soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie konzipiert und erprobt werden. Projektpartner ist die Bochumer IdtM mbH, eine Teilregion des Ruhrgebietes soll alsbald als Testraum erschlossen werden.

Aufbau von Forschungsarchiven
Die Planung und Durchführung klinischer Studien setzt die Verfügbarkeit von Patientendatenbanken voraus. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wird von der Kairos GmbH geprüft, inwieweit die im Westdeutschen Teleradiologieverbund anfallenden Bilddaten für Patientendatenbanken und darüber vermittelt für die Patientenrekrutierung in klinischen Studien nutzbar gemacht werden können.


Westdeutscher Teleradiologieverbund
In einem aus der Gesundheitswirtschaft initiierten Projekt hat sich der Westdeutsche Teleradiologieverbund entwickelt, in dem rund 100 Kliniken und Praxen in NRW untereinander Bilddaten austauschen. Standardbasiert werden bis zu 5.000 Untersuchungen monatlich sicher und schnell zwischen den Einrichtungen übermittelt. Den Verbund nutzen nicht nur Radiologen sondern zunehmen auch andere Fachbereiche, wie Neurologie, Unfallchirurgie, Kardiologie, Neurochirurgie, u.a.m. Durch die schnelle Einholung von Zweitmeinungen, verlegungsvorbereitende Übermittlungen oder die Anforderung von Voraufnahmen können u.a. Behandlungszeiten verkürzt, Patientenversorgungen verbessert und interne Prozesse optimiert werden. Über das Projekt TeBiKom.Ruhr werden weitere fachspezifische Anwendungsszenarien auf Basis des Westdeutschen Teleradiologieverbundes entwickelt.


Projektleitung:
MedEcon Ruhr GmbH
Dr. Denise Bogdanski
Kontaktdaten:
Universitätsstr. 136 :: 44799 Bochum
Tel.: 0234 / 97 836 – 80
Fax: 0234 / 97 836 – 14
E-Mail: bogdanski@medeconruhr.de

Projektlaufzeit:
01.09.2012 – 30.06.2015
Förderung:
Das Vorhaben wurde mit Mitteln des Landes NRW und der EU im Rahmen des Ziel2-Programms NRW 2007-2013 gefördert (IuK Gender Med.NRW/NRW-Ziel 2-Programm 2007 – 2013). Nähere Information zur Förderung finden Sie unter www.etn.nrw.

Projektpartner:

Konsortium:
Federführung: MedEcon Ruhr GmbH
Universitätsstraße 136 :: 44799 Bochum
Weitere:
VISUS Technology Transfer GmbH
Universitätsstr. 136 :: 44799 Bochum
contec GmbH
Universitätsstr. 136 :: 44799 Bochum
Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, Eigenbetrieb der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Körperschaft öffentlichen Rechts kurz Knappschaftskrankenhaus BO-Langendreer
In der Schornau 23-25 :: 44982 Bochum, Durchführende Stelle: Neurologische Klinik
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstr. 55 :: 45147 Essen
Durchführende Stelle: Klinik für Neurologie
Stiftung Institut für Herzinfarktforschung c/o Klinikum der Stadt Ludwigshafen gGmbH, Haus R
Bremserstraße 79 :: 67063 LU a. Rhein
Durchführende Stelle: Institut für Herzinfarktforschung Ruhr c/o Elisabeth Krankenhaus Essen
Klara-Kopp Weg 1 :: 45138 Essen
Ingenieurgesellschaft für diagnostische und therapeutische Medizintechnik mbH i.G.
Paul-Schürholz-Str. 7 :: 45657 RE
Kairos GmbH
Universitätsstr. 136 :: 44799 Bochum
Assozierte Partnereinrichtungen:
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST), Dortmund
ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH, Bochum
Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie Universität Duisburg-Essen, Essen
Arbeitsgruppe Cognition & Gender an der Universität Münster, Münster
MedEcon Ruhr e.V., Bochum