eArztbrief

Die zunehmende Bedeutung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten sind auch für die ärztliche Kommunikation bedeutsam. Dabei gilt es jedoch, komplexe berufs- und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Flankierend zu den bundesweiten Aktivitäten zur Errichtung einer deutschen Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen, wird in Nordrhein-Westfalen am Aufbau eines Testszenarios zur Erprobung elektronischer Arztausweise im Kontext gesundheitstelematischer Anwendungen, insbesondere eArztbrief, gearbeitet. Dabei dient der elektronische Arztausweis (Elektronischer Heilberufsausweis) zum einen der Überprüfung der Identität des Arztes bzw. der Ärztin (Authentifizierung) für den Zugriff auf Daten und zum anderen der Bereitstellung einer qualifizierten elektronischen Signatur gemäß Signaturgesetz, die es erlaubt, elektronische Dokumente rechtssicher elektronisch zu unterschreiben.

Der eArztbrief.nrw basiert auf dem Standard des Bundesverbandes Gesundheits-IT e.V. (bvitg /CDA R2). Er soll sowohl mit Praxisverwaltungssystemen (PVS) als auch mit Krankenhausinformationssystemen (KIS) nutzbar sein sowie automatisch in diese Systeme übernommen werden. Die elektronische Signatur des eArztbriefes soll in Abstimmung mit den Spezifikationen der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte gGmbH) implementiert werden, um die Zukunftssicherheit der eArztbriefe zu gewährleisten. Für die Übermittlung des eArztbrief.nrw soll jeder „sichere“ elektronische Transportweg unterstützt werden, um die weit verbreitete, aber unsichere und nicht-vertrauliche Übertragung, bspw. per Fax, abzulösen. Zudem soll die Übertragung über die im Aufbau befindliche nationale Telematik-Infrastruktur nach § 291a SGB V möglich sein.

Ein weiteres Anwendungsszenario des eArztbrief, neben der Kommunikation von behandelnden Ärztinnen und Ärzten, stellt das eMeldewesen dar. Hierbei steht die rechtssichere und vertrauliche Übermittlung von meldepflichtigen Sachverhalten (z.B. Infektionskrankheiten) vom Behandelnden an die zuständigen Behörden im Fokus. Aktuell wird an einer Variante des signierten Arztbriefes gearbeitet, mit der das Formular für die „Meldung der Früherkennungsuntersuchung bei Kindern“ elektronisch abgebildet werden kann.


Projektleitung:
Ärztekammer Westfalen-Lippe
Thomas Althoff

Ärztekammer Nordrhein
Viktor Krön

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