Spitzenverband der Fachärzte stellt Forderungen für eHealth in der Versorgung auf

20. April 2017 | Kategorien: Allgemein, Partner/Kooperationen

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/ – Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) fordert sichere und eindeutige Bedingungen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Hierzu hat der Verband nun ein Grundsatzpapier veröffentlicht, worin Forderungen in Bezug auf soziale, ethische und technische Herausforderungen im Zuge der Digitalisierung herausgearbeitet worden sind. Gleichzeitig sieht der Verband darin auch eine große Chance für die künftige medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten. In der Einleitung des Grundsatzpapiers heißt es, die Digitalisierung „wird über die Zeit gewachsene Strukturen revolutionieren und über Jahrzehnte die Sprunginnovation in der medizinischen Versorgung darstellen.“ Lesen Sie hier mehr über die Forderungen im Bezug auf die Telemedizin.

Die ZTG GmbH begrüßt das Grundsatzpapier des SpiFa und erhofft sich durch die benannten Forderungen aus der Fachärzteschaft einen neuen Schub für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens.

  • Noch haben es innovative telemedizinische Lösungen und Projekte schwer, in die Regelversorgung zu kommen. Den Ansatz des SpiFa „Finanzierungs- und Fördermodelle gezielt für Innovationen im E-Health-Bereich zu entwickeln“, verfolgt auch die ZTG GmbH. Der SpiFa schlägt zudem vor, die Förderung von Innovationen im eHealth-Bereich mit spezifischen, dem Sektor und seinen Anforderungen entsprechenden Kriterien zu verbessern, und Freiräume für die Entwicklung von Innovationen und deren Anwendung zu schaffen, „damit der Nachweis der Wirksamkeit erbracht werden kann“. Auch die ZTG GmbH fordert, die aktuellen Methoden zur Nutzenbewertung telemedizinischer Verfahren hinsichtlich des geforderten Studiendesigns und der Studienpopulation zu überdenken. Dies gilt auch für aktuelle Förderinitiativen: Inwieweit es innovativen Projekten und Lösungen z. B. über den Innovationsfonds gelingen wird, in die Regelversorgung aufgenommen zu werden, bleibt abzuwarten.
  • Der SpiFa sieht außerdem große Chancen in der Entwicklung von mobilen Health Apps und fordert die Entwicklung von Kriterien für sichere und sinnvolle M-Health-Anwendungen. Die ZTG GmbH widmet sich der Thematik  auf der Webseite www.appcheck.de und untersucht Kriterien zum Nutzen und zur Sicherheit von bereits erhältlichen Health-Apps. Im Rahmen von Appcheck.de hat die ZTG GmbH ein Kooperationsmodell entwickelt. Die Zusammenarbeit zwischen medizinischen Fachverbänden, Patienteninnen und Patienten sowie der ZTG GmbH als Technologiepartner ist bundesweit einmalig und zeigt einen Weg auf, die digitale Entwicklung des Gesundheitswesens nutzerinnen- und nutzerorientiert zu gestalten. Kooperationen im Bereich Diabetes-Apps sowie Apps bei demenziellen Erkrankungen bestehen bereits. Das Thema soll sukzessive ausgebaut werden.
  • Weiter fordert der SpiFa dazu auf, eine Vernetzung im Gesundheitssystem zu ermöglichen und Interoperabilität zu garantieren – Kernthemen mit denen sich auch die ZTG GmbH insbesondere im Rahmen der Landesinitiative eGesundheit.nrw beschäftigt. Mit der Landesinitiative bündelt das NRW-Gesundheitsministerium zahlreiche Telematik- und Telemedizinprojekte. Alle aktuell geförderten Projekte müssen die so genannten Telematikanforderungen, also bestimmte Mindestkriterien hinsichtlich Datenschutz, Interoperabilität sowie Nutzerinnen- und Nutzerorientierung, erfüllen. Die ZTG GmbH ist von Beginn an mit der Koordination der Landesinitiative betraut und berät die Projekte bei der Einhaltung der Telematikanforderungen.
  • Für den sicheren Umgang mit Patientendaten hat die ZTG GmbH gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS) einen Leitfaden zur Erstellung von Datenschutzkonzepten im Gesundheitswesen veröffentlicht. Diesen können Sie hier kostenfrei downloaden.