NRW-Ärztekammern fordern sinnvolle Nutzung der Telemedizin

17. März 2017 | Kategorien: Allgemein, Anwenderzentrum eGesundheit, Pressemitteilungen, Zentrum für Telemedizin

(Quelle: http://www.aekwl.de/)   Am 14. Mai 2017 findet die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen statt. Hierzu haben im Vorfeld die Vorstände der Ärztekammern Westfalen-Lippe und Nordrhein „Wahlprüfsteine“ aufgestellt. Beide Ärztekammern fordern die Ausrichtung des Gesundheitswesens an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten und ein Abwenden von der Rationalisierung ärztlicher Behandlungen.

„Wir fordern eine Kultur des Vertrauens, der Wertschätzung und Anerkennung für das, was Ärztinnen und Ärzte und die Angehörigen der anderen Gesundheitsfachberufe für und mit ihren Patienten leisten“, positionieren sich die NRW-Ärztekammern.

Unter den acht „Prüfsteinen“ befindet sich auch die Forderung nach einer sinnvollen Nutzung der Telemedizin. Die NRW-Ärztekammern sprechen sich darin für den konsequenten und nachhaltigen Ausbau der Telemedizin in Nordrhein-Westfalen aus:

„Digitalisierung und Telemedizin müssen in Nordrhein-Westfalen konsequent weiter gefördert werden. Leitend müssen dabei die Patientenperspektive, die Wahrung der informationellen Selbstbestimmung und der ärztliche Sorgfaltsmaßstab sein.“

Hier finden Sie weitere Details zu den Inhalten der Wahlprüfsteine.

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Das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin setzt sich bereits seit Jahren im Rahmen der Landesinitiative eGesundheit.nrw für einen flächendeckenden und zügigen Aufbau der Telematikinfrastruktur sowie die Förderung telemedizinischer Anwendungen ein. Vor wenigen Tagen erst ging die Webseite des durch den Innovationsfonds geförderten Projekts „TELnet@NRW“ an den Start. „TELnet@NRW“ verfolgt das Ziel, in den Modellregionen Aachen und Münster bzw. Münsterland ein sektorenübergreifendes telemedizinisches Netzwerk aufzubauen.

Expertinnen- und Expertenstimmen aus dem Kreis der ZTG-Gremien

„Nach Auffassung der Ärztekammer Nordrhein besteht in der Ärzteschaft Interesse an einer stärkeren Vernetzung. Die Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation untereinander sowie mit Kliniken und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens können dabei dienlich sein und Effizienz ebenso fördern wie Qualität. Dazu braucht es eine anwendungsorientierte und zukunftsfähige Telematikinfrastruktur. Medizinische Anwendungen, die dem Patienten dienen, müssen dabei ebenso im Vordergrund stehen wie verbesserte Organisationsabläufe in Praxis und Klinik.“

Prof. Dr. med. Susanne Schwalen, Geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein, Mitglied im ZTG-Aufsichtsrat, Mitglied im „Forum Telemedizin“ der ZTG GmbH

„Wir brauchen eine gemeinsame Telemedizinstrategie, damit aus Insellösungen Flächenlösungen werden. Das Potential der Telemedizin ist noch lange nicht ausgeschöpft. Durch den Einsatz telemedizinischer Methoden kann die Patientenversorgung verbessert, Vernetzung entwickelt, die Patientensicherheit gesteigert und die Qualität der Versorgung erhöht werden. Nicht zuletzt bietet der Einsatz telemedizinischer Methoden die Chance, die innerärztliche aber auch die interprofessionelle Kommunikation zu verbessern.“

Dr. phil. Michael Schwarzenau, Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Vorsitzender des ZTG-Aufsichtsrates

„Telemedizinische Verfahren müssen endlich im Versorgungsalltag ankommen, damit sowohl Patientinnen und Patienten als auch Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Berufsgruppen im Gesundheitswesen davon profitieren können. Das Engagement des Landes Nordrhein-Westfalen für die flächendeckende Etablierung der Telemedizin ist beispielhaft. Technik ist dabei kein Selbstzweck! Essentieller Aspekt der Förderung ist die Nutzerinnen- und Nutzerorientierung, also die Orientierung an den Bedürfnissen aller Berufs- und Anwendergruppen.“

Rainer Beckers, Geschäftsführer der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH (Geschäftsbereich Telemedizin), Mitglied im Vorstand der DGTelemed

„Die Telematikinfrastruktur bietet die Chance, durchgängige, patientenzentrierte Behandlungspfade technisch zu unterstützen und zeitnah relevante medizinische Informationen da bereitzustellen, wo sie benötigt werden. Um die Potentiale der neuen technischen Möglichkeiten zu nutzen, müssen auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Nutzen und Aufwand für eine weitergehende Kooperation aller an der Versorgung beteiligten Akteurinnen und Akteure fair verteilen. Bei dieser Weiterentwicklung des Gesundheitswesens müssen alle Berufsgruppen sowie die Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden.“

Lars Treinat, Geschäftsführer der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH (Geschäftsbereich Telematik)