Mitglieder des „Forums Telemedizin“ der ZTG GmbH beim BMC-Kongress in Berlin

6. Februar 2017 | Kategorien: Allgemein, Pressemitteilungen, Projekt-News

Digitale Innovationen und Versorgung(-sforschung) – Mitglieder des „Forums Telemedizin“ der ZTG GmbH beim BMC-Kongress in Berlin

Berlin/Bochum, 03.02.2017: Unter dem Titel „Versorgung gestalten“ fand am 24. und 25. Januar 2017 in Berlin der Jahreskongress des Bundesverbands Managed Care e. V. (BMC) statt. Mit Günter van Aalst und Prof. Dr. med. Gernot Marx waren auch zwei Vertreter des „Forums Telemedizin“ der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH im Programm vertreten.

Eine flächendeckende Sicherstellung der Gesundheitsversorgung ist eine der zentralen Aufgaben der nächsten Jahre in Deutschland. Die Überwindung der sektoralen Grenzen, eine stärkere Einbeziehung der Patientinnen und Patienten in die Entscheidungsfindung und die Stärkung der nichtmedizinischen Gesundheitsberufe sind nur einige wichtige Herausforderungen. Auch die Versorgungsforschung ist bisher noch nicht so ausgebaut, wie es wünschenswert wäre.

Der Kongress des Bundesverbandes Managed Care (BMC) am 24. und 25. Januar 2017 in Berlin hat sich daher bewusst des Themas der digital unterstützten Versorgung(-sforschung) angenommen. Die Anwesenden waren sich einig, dass digitale Anwendungen wie telemedizinische Dienste oder gesundheitsbezogene Apps einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung leisten können. Die Strukturen des Gesundheitswesens hinken den digitalen Möglichkeiten jedoch vielfach hinterher – Versorgungs- und Forschungspotenziale bleiben so ungenutzt. Deutlich wurde auch, dass Veränderungsprozesse im Gesundheitswesen selbst bei Wohlwollen aller Beteiligten komplex und langwierig sind.

Die Tatsache, dass die Digitalisierung ein Schwerpunktthema des BMC-Kongresses war und seitens der Bundespolitik starke Beachtung fand, macht Hoffnung, dass nun endlich größere Fortschritte erzielt werden. So erwähnte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in seinem Kongressvortrag explizit die Potenziale telemedizinischer und digitaler Lösungen zur Überwindung der Sektorengrenzen.

Mit Günter van Aalst (Leiter der TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen) und Prof. Dr. med. Gernot Marx (Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care an der Uniklinik RWTH Aachen) gestalteten zwei hochkarätige Mitglieder des „Forums Telemedizin“ der ZTG GmbH die Veranstaltung mit. Während Prof. Dr. Marx Erfolgsfaktoren für den Weg der Teleintensivmedizin in die Regelversorgung präsentierte, stellte van Aalst aktuelle innovative Projekte und Entwicklungen aus Nordrhein-Westfalen in den Fokus seines Vortrags. Beide Experten stimmten überein, dass die aktuell genutzten Verfahren zur Nutzenbewertung für telemedizinische Anwendungen nicht geeignet sind. Sie forderten die Erarbeitung angemessener methodischer Anforderungen, die eine sowohl praktikable als auch qualitätsgesicherte Nutzenbewertung ermöglichen, damit potenziell nutzenstiftende Verfahren schneller Eingang in die Regelversorgung finden und Patientinnen und Patienten von den erweiterten digitalen Möglichkeiten profitieren.

Im Rahmen einer begleitenden Postersession stellte ZTG-Expertin Veronika Strotbaum die Zwischenauswertung zur Evaluation der „Elektronischen Visite (elVi) im Pflegeheim“ des Ärztenetzes „MuM – Medizin und mehr“ aus Bünde in Ostwestfalen vor. Erste Ergebnisse zeigen, dass TeleVisiten gut in den Alltag der Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen integrierbar sind und der Einsatz der elVi insbesondere bei der Versorgung chronischer Wunden sinnvoll ist. Das vollständige Poster finden Sie hier: Poster BMC-Kongress 2017_elVi.